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Grosse und kleine Buchstaben

wer vor dreissig jahren fortschritt demonstrieren wollte, ...

wer vor dreissig jahren fortschritt demonstrieren wollte, schrieb klein. ökonomen berechneten, dass allein durch die vereinfachung der schreib- und setzmaschinen milliarden gespart werden könnten. (ganz zu schweigen von den mühen, die den schulkindern erspart geblieben wären ...)

GLEICHZEITIG BENUTZTE DER LOCHSTREIFENCODE IN DER COMPUTERWELT AUSSCHLIESSLICH GROSSBUCHSTABEN. ZWISCHEN DER TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHEN UND DER GEISTIG-HUMANISTISCHEN BUCHSTABENKULTUR KLAFFTEN ABGRÜNDE.

Die grossen Buchstaben haben ihren Platz in der Literatur verteidigt. Und die kleinen haben den Computer auch für sich gewonnen. Genau betrachtet sind allerdings längst alle von den Zahlen «gefressen» worden: Buchstaben werden im Computer von ASCII-Codes zwischen 0 und 255 bloss simuliert: 68-105-10132 66-117-99-104-115-116-97-98-10111032115-105-110-10032116-111-11633 Das heisst: Die Buchstaben sind tot!

Es leben die Buchstaben! Denn der Kampf ist noch nicht zu Ende, wie beispielsweise - das grosse I zeigt. Ursprünglich von feministischen AutorInnen mitten ins Wort gerückt, wo es «wie ein Leuchtturm die Nacht der Männersprache erhellen» soll (Emil Zopfi), hat es 1983 die «WoZ» erobert und rollt auch die übrigen Zeitungen allmählich über den Anzeigenteil auf: Wir suchen eineN erfahreneN ProgrammiererIn!

Und das ist erst der Anfang. Seit die Computerbranche von MacWrite, DECpark, QuarkXPress und PostScript spricht, haben nicht einmal mehr konservative TypoGraphen etwas gegen ProGramme wie TextEditor, ThinkTank, CoAutor, GhostWriter und BrainStormer: Die ComputerWelt steht für den FortSchritt an sich! Bereits versuchen auch PolitikerInnen, sich mit DroLeg und AlpTransit ein Stück vom Kuchen des fortschrittlichen Images abzuschneiden. FortSetzung folgt.

bald wERDEn WIR grOsse und KLeiNE BUCHStabEn nACH BeLieben VERwENDEn. Das erLAUbT lustige SINNverdrehUNgen und werberIsCH WILLkommENe dOPpELdeutigkeiten! da SPIELT es dann auf EINmal einE ROLLE, ob eine überSchrift «JA zur NEUEn REGIERUNG» lautet oder: «ja zur NeuEn regIeruNg».

Sprachbeobachtung No 13 aus "staatsexamen" von Beat Gloor


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